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Vor dem Hintergrund der Enttäuschung der amerikanischen Bürgerrechtsorganisationen über die Fortdauer der Militärtribunale in Guantanamo und die Nichtveröffentlichung der Folterfotos aus dem Irak ist zu würdigen, dass kein Präsident die Macht im Lande alleine ausübt. Ebenso wenig wie die Welt den 11. September 2001 gebrauchen konnte, gilt dies für eine Neuauflage des 22. November 1963.

Politik ist meist wie weiland die Echternacher Springprozession: 3 Schritt vorwärts, 2 zurück. In diesem Sinne: Gern gehört wurde die...


Prager Rede des US-Präsidenten Barack Obama am 05.04.2009:

"Heute bin ich stolz, hier zu stehen, hier mit Ihnen zusammen, in dieser großartigen Stadt im Herzen Europas. (...) Als ich geboren wurde, war die Welt geteilt. Und unsere Nationen sahen sich schwierigen Umständen ausgesetzt, gegen die sie ankämpfen mussten.

Wenige Menschen hätten prophezeien können, dass jemand wie ich eines Tages Präsident der Vereinigten Staaten würde. Wenige Menschen hätten vorhersagen können, dass der amerikanische Präsident eines Tages zu einem Publikum, zu den Menschen hier in Prag sprechen kann. Wenige hätten sich vorstellen können, dass die Tschechische Republik eine freie Nation wird, ein Mitglied der NATO. Ein Führer eines geeinten Europas. Solche Vorstellungen hätte man als Träumereien abgetan. Viele haben die Stimmen derer ignoriert, die gesagt haben, dass die Welt sich verändern kann. (...)

Wir sind heute hier, weil vor 20 Jahren die Menschen hier auf die Straße gegangen sind, um die Verheißung eines neuen Tages zu proklamieren und das zu fordern, was man ihnen so lange vorenthalten hatte. Die samtene Revolution lehrt uns viele Dinge. (...) So zeigt sie, dass die moralische Führungskraft stärker ist als jede Waffe.

Und deswegen spreche ich jetzt heute zu Ihnen im Herzen eines Europas, das friedlich ist und frei und einig. Weil einfache Menschen geglaubt haben, dass eine solche Vision möglich ist, auch wenn die Politiker das nicht geglaubt haben. Sie haben geglaubt, dass die Mauern stürzen, dass der Friede einkehrt. (...)

Wir haben eine gemeinsame Geschichte. Aber diese Generation, unsere Generation kann jetzt nicht stillstehen, nicht auf der Stelle treten. Auch wir müssen eine Entscheidung treffen. Die Welt ist nun weniger geteilt, ist immer vernetzter geworden. Und wir sehen, dass die Ereignisse schneller vonstatten gehen als unsere Möglichkeiten sie zu steuern. Die Weltwirtschaft in der Krise, Klimawandel, die Gefahren alter Konflikte, neue Bedrohungen und die Verbreitung katastrophaler Waffen.

Keine dieser Herausforderungen lassen sich rasch oder einfach lösen. Aber alle verlangen, dass wir einander zuhören und zusammenarbeiten. Dass wir uns auf die gemeinsamen Interessen konzentrieren und nicht auf unsere gelegentlichen Differenzen. Und dass wir unsere gemeinsamen Werte bekräftigen, die stärker sind als jede Macht und jede Gewalt, die uns trennen kann.

Diese Arbeit müssen wir voranbringen und für diese Arbeit bin ich nach Europa gekommen. (...) Um unseren Wohlstand zu erneuern, brauchen wir Maßnahmen, die über die Grenzen hinweg koordiniert werden. Investitionen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, dem Protektionismus widerstehen, der das Wachstum behindert, eine Veränderung in unserem Finanzsystem mit neuen Regeln zur Verhinderung von Missbrauch, zur Verhinderung zukünftiger Krisen.

Wir haben die Pflicht gegenüber unserem gemeinsamen Wohlstand und Wohlergehen, dass wir auch den Schwellenländern die Hand reichen und denjenigen, die am meisten an der Krise leiden, obwohl an der Verursachung der Finanzkrise am wenigsten beteiligt waren. Deshalb haben wir über eine Billion Dollar bereit gestellt für den internationalen Währungsfonds. Dies wurde diese Woche entschieden, um sicherzustellen, dass jeder Unterstützung bekommt, jeder! (...)

Jetzt müssen wir den Klimawandel angehen und die Abhängigkeit der Erde von fossilen Brennstoffen verringern. Wir müssen neue Energieträger wie Wind erschließen, die Sonne. Und wir müssen alle Völker und Nationen aufrufen, ihren Beitrag zu leisten. Und ich sage Ihnen, dass bei dieser globalen Anstrengung die Vereinigten Staaten jetzt bereit sind, eine federführende Rolle einzunehmen. (...)

Ein Thema, das ganz entscheidend für die Sicherheit der Nationen ist und für Frieden in der Welt, die Zukunft der Atomwaffen im 21. Jahrhundert. Die Existenz Tausender von Atomwaffen ist das gefährlichste Erbe des kalten Krieges. Es gab keinen Atomkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, aber Generationen mussten mit dem Wissen leben, dass ihre Welt ausgelöscht werden konnte. In einem einzigen Lichtblitz. Städte wie Prag, die seit Jahrhunderten existieren, die Schönheit und das Talent von einem Großteil der Menschen verkörpern, würden ausgelöscht.

Der Kalte Krieg ist zu Ende gegangen. Und Tausende von diesen Waffen existieren weiter. Es ist eine seltsame Wendung der Geschichte: Die Gefahr eines weltweiten Atomkriegs hat sich verringert, das Risiko eines atomaren Angriffs ist gestiegen. Mehrere Nationen haben solche Waffen entwickelt, die Tests gehen weiter, der Handel auf dem Schwarzmarkt mit spaltbarem Material blüht. Die Technologie zum Bau einer Bombe wurde verbreitet.

Die Terroristen sind entschlossen, eine solche Waffe zu kaufen, zu bauen oder zu stehlen. Und deswegen brauchen wir weltweites ein Nichtverbreitungssystem. Denn immer mehr Menschen und auch Nationen können sonst die Regeln brechen und dann könnten wir einen Punkt ohne Wiederkehr erreichen.

Sie müssen wissen, dass das für die Menschen überall wichtig ist. Eine Nuklearwaffe, die in einer Stadt explodiert - ob das New York oder Moskau wäre, Islamabad oder Mumbai, Tokio oder Tel Aviv, Paris oder Prag - ein solches Ereignis könnte Hunderttausenden von Menschen das Leben kosten. Und unabhängig davon wo so etwas passieren würde, wären die Konsequenzen unabsehbar für unsere globale Sicherheit, die Gesellschaft, die Wirtschaft, unser Überleben.

Einige sagen, dass sich die Verbreitung dieser Waffen nicht stoppen lässt, sich nicht kontrollieren lässt, dass wir das Schicksal akzeptieren müssen, wo immer mehr Menschen und Völker diese schrecklichen Vernichtungswaffen besitzen. Ein solcher Fatalismus wäre ein tödlicher Gegner. Denn wenn wir glauben, dass die Verbreitung von Nuklearwaffen nicht vermeidbar ist, dann geben wir vor uns selber zu, dass der Einsatz von Nuklearwaffen unvermeidbar ist. Wir traten im 20. Jahrhundert für die Freiheit ein. Jetzt müssen wir zusammen eintreten für das Recht aller Menschen und überall, frei und ohne Furcht im 21. Jahrhundert zu leben!

Als Nuklearmacht, als einzige Atommacht, die diese Nuklearwaffe eingesetzt hat, haben die Vereinigten Staaten eine moralische Verpflichtung, hier zu handeln. Wir können das nicht alleine leisten, aber wir können führend dabei sein. Wir können das einleiten. Ich möchte heute also ganz deutlich und mit Überzeugung Amerikas Bereitschaft erklären, den Frieden und die Sicherheit in einer Welt ohne Atomwaffen anzustreben.

Ich bin nicht naiv. Das Ziel wird sich nicht rasch erreichen lassen. Vielleicht auch nicht in der Zeit meines Lebens. Es wird Geduld und Beharrlichkeit erfordern. Aber jetzt müssen wir die Stimmen jener ignorieren, die sagen, dass die Welt sich nicht ändern kann. Wir müssen darauf bestehen und sagen: Yes, we can. (...)

Zunächst einmal werden die Vereinigten Staaten konkrete Schritte einleiten, um zu einer Welt ohne Atomwaffen zu gelangen. Das Denken des kalten Krieges zu beenden, dafür brauchen wir eine Reduzierung der Rolle der Nuklearwaffen in unserer eigenen nationalen Sicherheitsstrategie. Andere mögen das gleiche tun.

Aber damit kein Missverständnis entsteht: Solange diese Waffen existieren, werden die USA ein sicheres und effektives Arsenal behalten, um jeden Gegner potenziell abzuschrecken und unseren Verbündeten (...) zur Hilfe kommen zu können. Aber wir werden die Arbeit an der Reduzierung unseres Arsenals einleiten, unsere Gefechtsköpfe und Arsenale reduzieren. Und dafür werden wir einen neuen Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen in diesem Jahr mit Russland verhandeln.

Präsident Medwedew und ich haben diesen Prozess in London eingeleitet und werden eine neue Vereinbarung bis zum Ende des Jahres anstreben, die rechtsverbindlich und mutig sein wird. Das wird die Vorbereitung und Grundlage weiterer Reduzierungen sein. Wir werden alle Mächte, alle Nuklearmächte an dieser Anstrengung beteiligen.

Um ein globales Testverbot ebenfalls zu erreichen, wird meine Regierung sofort und ganz offiziell die Ratifizierung des Abkommens zum Teststopp einleiten. Nach über fünf Jahrzehnten der Gespräche ist es jetzt Zeit, dass die Tests von Nuklearwaffen endgültig verboten werden. Um auch um die Bausteine einer möglichen Bombe zu blockieren, muss ein Mittel gefunden werden, dass die Produktion spaltbaren Materials verhindert, das in Nuklearwaffen einsatzfähig wäre. Das ist der erste Schritt.

Und zweitens müssen wir zusammen den Vertrag zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen als Basis der Kooperation stärken. Das Angebot lautet: Länder mit Nuklearwaffen rüsten ab, Länder ohne Atomwaffen streben nicht nach ihnen und alle Länder können Zugang zur friedlichen Nutzung von Atomenergie bekommen.

Um den Vertrag zu stärken, sollten wir mehrere Prinzipien stärken. Wir brauchen mehr Ressourcen, mehr Autorität für internationale Inspektionen. Unmittelbare Konsequenzen muss es geben für Länder, die die Regeln ignorieren oder die ohne Grund versuchen, die Grundlagen des Vertrags zu verlassen.

Und wir brauchen einen neuen Rahmen für die zivile nukleare Kooperation. Eine internationale Bank vertreibt Material, so dass Länder Zugang haben für die friedliche Nutzung, ohne dass es das Risiko der Weiterverbreitung gibt. Das muss für jede Nation gelten, die auf Nuklearwaffen verzichtet. Vor allem auch für Entwicklungsländer, die die Energie nutzen möchten. (...)

Gleichzeitig haben wir keine Illusionen bei unserem Vorgehen. Einige Länder werden die Regeln missachten. Und deshalb brauchen wir eine Struktur, die sicherstellt, dass es bei einer Missachtung Konsequenzen für das entsprechende Land geben wird.

Gerade heute morgen wurden wir noch einmal daran erinnert, warum wir einen neuen, energischeren, konsequenteren Ansatz gegen diese Bedrohung brauchen. Nordkorea hat erneut Regeln missachtet durch den Test einer Rakete, die für eine Langstreckenwaffe einsatzfähig wäre. Diese Provokation unterstreicht die Maßnahmen, die notwendig sind. (...) Regeln müssen eingehalten und ihre Verletzungen bestraft werden. Worte müssen etwas bedeuten, die Welt muss Schulter an Schulter stehen, um die Verbreitung dieser Waffen zu verhindern. Jetzt ist es an der Zeit für eine starke internationale Reaktion!

(...) Der Iran kann eine Nuklearwaffe bauen. Wir möchten mit dem Iran sprechen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts. Wir glauben an den Dialog! Aber in diesem Dialog werden wir auch eine ganz klare Entscheidung vortragen. Wir wollen, dass der Iran den ihm gebührenden Platz in der Völkerwirtschaft einnimmt, politisch wie wirtschaftlich. Wir werden das Recht des Iran unterstützen, auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Das ist eine Möglichkeit für das Volk und die Regierung des Iran. Die andere Möglichkeit wäre eine stärkere Isolation, internationaler Druck und ein potenzielles Wettrüsten in der Region mit Atomwaffen als Sicherheitsbedrohung für uns alle.

(...) Wir brauchen eine Verteidigung vor solchen Waffen. Und solange es den Iran und andere Bedrohungen gibt, werden wir auch solche Raketenabwehrsysteme brauchen. Wenn die Bedrohung im Iran eliminiert werden kann, dann haben wir eine stärkere Grundlage für die Sicherheit. Und: ein Hauptgrund für eine Raketenabwehr in Europa wird nicht mehr bestehen.

Zum Schluss möchte ich sagen, dass wir sicherstellen müssen, dass Terroristen nie in den Besitz einer Nuklearwaffe kommen. Das ist die unmittelbarste und stärkste Bedrohung für die internationale Sicherheit. Ein Terrorist, mit einer Atomwaffe könnte hier eine massive Zerstörung anrichten. Al Kaida hat bereits gesagt, dass sie eine solche Waffe anstreben. Und sie hätten kein Problem damit, eine solche Waffen einzusetzen. Wir wissen auch, dass es ungesichertes, waffenfähiges Material auf der ganzen Welt gibt.

Um unsere Menschen, unsere Völker zu schützen, müssen wir entschlossen und unverzüglich handeln. Deswegen möchte ich heute eine internationale Anstrengung ankündigen, alles spaltbare Material auf der Welt innerhalb von vier Jahren zu sicheren. Neue Standards und Normen zu schaffen, eine stärkere Kooperation mit Russland einzuleiten, um alle Möglichkeiten zu verfolgen, dieses Material unter Kontrolle zu bekommen. Dann müssen wir die schwarzen Märkte unter Kontrolle bekommen, den Handel unterbinden und alle Instrumente einsetzen, um diesen gefährlichen Handel zu unterbinden.

Wenn diese Bedrohung weiter geht, dann wird es keine Sicherheit auf der Welt geben (...). Wir brauchen auch einen globalen Gipfel zur nuklearen Sicherheit, der im kommenden Jahr, im Laufe eines Jahres in den USA stattfinden wird. Ich weiß, dass einige es in Frage stellen, ob wir eine so breit angelegte Agenda wirklich verfolgen können. (...) Wir dürfen uns nicht über unsere Differenzen definieren. Wenn wir nicht den Frieden gemeinsam anstreben, dann wird ein solches Ziel nicht erreichbar sein. Wir wissen, wohin der Weg führt, wenn wir der Furcht die Oberhand gewähren über die Hoffnung. Wenn wir den Ruf nach Kooperation abtun, wäre das sehr leicht ein Ausweg, aber auch feige. So beginnen Kriege, so endet der Fortschritt der Menschheit.

Ja, es gibt Gewalt und Ungerechtigkeit auf der Welt, die wir bekämpfen müssen. Aber wir kämpfen. Wir müssen sie bekämpfen, nicht indem wir uns teilen lassen, sondern indem wir als freie Nationen und freie Menschen zusammenstehen. Ich weiß, dass der Aufruf zu Waffen die Seelen der Menschen mehr in Aufruhr versetzt als ein Aufruf gegen diese Waffen vorzugehen. Aber deswegen müssen wir umso mehr zusammen dazu aufrufen und zusammen uns dafür einsetzen.

Das sind die Stimmen, die wir immer noch auf den Straßen Prags hören. Das sind immer noch die Gespenster, die Echos der Vergangenheit. Das sind die Klänge der samtenen Revolution. Das sind die Stimmen, die es geschafft haben, eine Atommacht zu Fall zu bekommen, ohne dass ein Schuss abgegeben wurde.

Das geschah hier in Prag. Und hier in Prag müssen wir unsere Vergangenheit ehren, indem wir uns für eine bessere Zukunft einsetzen, unsere Einigkeit gewinnen, Differenzen überwinden, die gemeinsame Verantwortung akzeptieren, Frieden und Wohlstand zu schaffen, so dass die Welt dann besser ist als wir sie vorgefunden haben. Zusammen können wir das schaffen!"


Antrittsrede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama vom 20.01.2009

"Meine Mitbürger:

Ich stehe heute hier, demütig angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, dankbar für das Vertrauen, das Sie mir geschenkt haben, und der Opfer gedenkend, die unsere Vorfahren auf sich genommen haben. Ich danke Präsident Bush für seinen Dienst an unserer Nation und für die Großzügigkeit und Kooperation, die er während des Übergangs gezeigt hat.

Vierundvierzig Amerikaner haben jetzt den Präsidenten-Eid geschworen. Die Worte wurden gesprochen in den Fluten des Wohlstandes und den friedlichen Wassern des Friedens. Jedoch, gelegentlich wird der Eid auch inmitten sich zusammenbrauender Wolken und wütender Stürme gesprochen. In diesen Momenten hat Amerika nicht nur wegen der Fähigkeiten oder der Vision jener in hohen Ämtern weitergemacht, sondern weil wir, das Volk, den Idealen unserer Ahnen und unseren Gründungsdokumenten treu geblieben sind.

So ist es gewesen. So muss es sein mit dieser Generation von Amerikanern.

Dass wir inmitten einer Krise stecken, ist mittlerweile bekannt. Unsere Nation ist im Krieg gegen ein weitreichendes Netzwerk von Gewalt und Hass. Unsere Wirtschaft ist massiv geschwächt als Folge der Gier und Verantwortlungslosigkeit einiger, aber auch des gemeinsamen Versagens dabei, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf ein neues Zeitalter vorzubereiten. Häuser sind verlorengegangen, Jobs abgebaut, Unternehmen zerstört. Unser Gesundheitswesen ist zu teuer, zu viele schaffen unsere Schulen nicht, und jeder Tag beweist aufs Neue, dass die Art und Weise unseres Energieverbrauchs unsere Feinde stärkt und unseren Planeten bedroht.

Dies sind Hinweise auf die Krise, die Daten und Statistiken unterworfen ist. Weniger messbar, aber nicht weniger tiefgreifend ist der Verlust des Vertrauens überall im Land - eine nagende Angst, dass Amerikas Niedergang unvermeidlich ist, und dass die kommende Generation ihren Blick senken muss.

Heute sage ich Ihnen, dass die Herausforderungen, die vor uns liegen, real sind. Sie sind ernst, und es gibt viele. Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein. Aber wisse, Amerika - sie werden gemeistert werden.

An diesem Tag sind wir hier, weil wir die Hoffnung über Furcht gewählt haben, Einigkeit in unseren Zielen anstelle von Konflikt und Zwietracht.

An diesem Tag kommen wir zusammen, um das Ende belangloser Beschwerden und falscher Versprechungen auszurufen, der gegenseitigen Beschuldigungen und abgenutzten Dogmen, die viel zu lange unserer Politik die Luft abgeschnürt haben.

Wir bleiben eine junge Nation, doch nach den Worten der Schrift ist jetzt die Zeit da, Kindereien beiseite zu lassen. Die Zeit ist gekommen, unseren fordauernden Geist zu bestärken, unsere bessere Geschichte zu wählen, dieses wertvolle Geschenk, diese noble Idee weiterzutragen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde: das gottgegebene Versprechen, dass alle gleich sind, alle frei sind, dass alle eine Chance verdienen, ihr volles Maß an Glückseligkeit zu erstreben.

Indem wir die Größe unserer Nation bekräftigen, verstehen wir, dass Größe nie eine Selbstverständlichkeit ist. Sie muss verdient werden. Unsere Reise war nie eine mit Abkürzungen oder der Bereitschaft, mit dem Zweitbesten vorlieb zu nehmen. Es war kein Weg für die Zaghaften - für jene, die Freizeit der Arbeit vorziehen oder nur die Freuden von Reichtum und Ruhm suchen. Stattdessen waren es die Risikobereiten, die Macher - einige gefeiert, aber viel häufiger Männer und Frauen, die im Verborgenen arbeiteten, die uns den langen, holprigen Weg zu Wohlstand und Freiheit hinaufgebracht haben.

Für uns klaubten sie ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und reisten über die Ozeane auf der Suche nach einem neuen Leben.

Für uns plagten sie sich in ausbeuterischen Betrieben und besiedelten den Westen; ertrugen Peitschenschläge und pflügten den harten Boden um.

Für uns kämpften sie und starben an Orten wie Concord und Gettysburg; in der Normandie und Khe Sahn.

Immer wieder haben diese Männer und Frauen gekämpft und Opfer gebracht und gearbeitet, bis ihre Hände wund waren, damit wir ein besseres Leben haben. Sie haben Amerika als etwas gesehen, das größer ist als die Summe unserer individuellen Bestrebungen, größer als all die Unterschiede durch Geburt oder Reichtum oder Interessengruppen.

Das ist die Reise, die wir heute fortsetzen. Wir bleiben die wohlhabendste, mächtigste Nation auf Erden. Unsere Arbeiter sind nicht weniger produktiv als vor Beginn der Krise. Unser Geist ist nicht weniger erfindungsreich, unsere Güter und Dienstleistungen nicht weniger gefragt, als sie es vergangene Woche, vergangenen Monat oder vergangenes Jahr waren. Unsere Fähigkeiten bleiben unvermindert. Doch unsere Zeiten, unter uns zu bleiben, engstirnige Interessen zu schützen und unangenehme Entscheidungen zu treffen - diese Zeiten sind ganz sicher vorbei. Von heute an müssen wir uns aufraffen, uns abstauben und wieder mit der Arbeit beginnen, Amerika zu erneuern."

Egal, wo wir hinsehen, es gibt viel zu tun. Der Zustand der Wirtschaft ruft nach raschem, entschlossenem Handeln, und wir werden handeln - nicht nur um neue Jobs, sondern auch, um eine neue Basis für Wachstum zu schaffen. Wir werden die Straßen und Brücken bauen, die Stromnetze und Digitalverbindungen, die unseren Handel fördern und uns miteinander verbinden. Wir werden der Wissenschaft ihren rechtmäßigen Platz zurückgeben und die Wunder der Technologie nutzen, um die Qualität des Gesundheitswesens zu verbessern und die Kosten zu senken. Wir werden Sonne und Wind und Boden nutzen, um unsere Autos und Fabriken zu betreiben. Und wir werden unsere Schulen und Colleges und Universitäten umbauen, damit sie die Anforderungen eines neuen Zeitalters erfüllen. All das können wir tun. Und all das werden wir tun.

Nun, es gibt einige, die das Ausmaß unserer Zielsetzungen infrage stellen - die anmerken, dass unser System nicht allzu viele große Pläne vertragen kann. Sie haben nur ein kurzes Gedächtnis. Sie haben vergessen, was dieses Land bereits geleistet hat; was freie Männer und Frauen schaffen können, wenn Vorstellungskraft zusammengeht mit gemeinsamen Zielen und der Notwendigkeit von Mut.

Was die Zyniker nicht verstehen ist, dass der Boden unter ihnen sich verschoben hat - dass die faden politischen Argumente, die uns so lange aufgezehrt haben, nicht länger gelten. Die Frage, die wir uns heute stellen, ist nicht, ob unsere Regierung zu groß oder zu klein ist, sondern ob sie funktioniert - ob sie Familien hilft, Arbeit zu anständigen Löhnen zu finden, Pflege, die sie sich leisten können, eine würdige Rente. Wo die Antwort Ja lautet, wollen wir weitermachen. Wo die Antwort Nein ist, werden die Programme enden. Und jene von uns, die die öffentlichen Gelder managen, werden zur Rechenschaft gezogen - das Geld vernünftig auszugeben, schlechte Angewohnheiten zu ändern und unsere Geschäfte bei vollem Tageslicht zu tätigen - denn nur dann können wir das lebenswichtige Vertrauen zwischen einem Volk und seiner Regierung wiederherstellen.

Die Frage ist auch nicht, ob der Markt eine gute oder böse Kraft ist: Seine Macht, Wohlstand zu schaffen und Freiheit auszudehnen ist unübertroffen, doch die Krise hat uns daran erinnert, dass der Markt ohne wachsamen Blick außer Kontrolle geraten kann - und dass eine Nation nicht lange gedeihen kann, wenn nur die Wohlhabenden bevorzugt werden. Der Erfolg unserer Wirtschaft hing immer schon nicht allein vom Bruttoinlandsprodukt ab, sondern auch von der Tragweite unseres Wohlstands; von unserer Fähigkeit, jedem Willigen eine Chance zu geben - nicht aus Barmherzigkeit, sondern weil es der sicherste Weg zum Gemeinwohl ist.

Was unsere gemeinsame Verteidigung angeht, weisen wir die Wahl zwischen unserer Sicherheit und unseren Idealen zurück. Unsere Gründungsväter, die sich für uns kaum vorstellbaren Gefahren ausgesetzt sahen, entwarfen eine Charta, um Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte sicherzustellen, eine Charta, erweitert durch das Blut von Generationen. Diese Ideale erhellen noch immer die Welt, und wir werden sie nicht um der Zweckmäßigkeit willen opfern. Und deshalb für alle anderen Völker und Regierungen, die heute zusehen, für die größten Hauptstädte bis zu dem kleinen Dorf, in dem mein Vater geboren wurde: Wisst, dass Amerika ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes ist, die eine friedliche und würdevolle Zukunft suchen, und dass wir wieder zur Führung bereitstehen.

Erinnern Sie sich, dass frühere Generationen Faschismus und Kommunismus nicht allein mit Raketen und Panzern überwunden haben, sondern mit stabilen Allianzen und dauerhaften Überzeugungen. Sie haben verstanden, dass unsere Macht allein uns nicht schützen kann oder uns das Recht gibt, zu tun, was wir wollen. Stattdessen wussten sie, dass unsere Macht durch bedachte Anwendung wächst; dass unsere Sicherheit daraus erwächst, dass unser Anliegen gerechtfertigt ist und aus der Kraft unseres Vorbilds, den mäßigenden Eigenschaften von Demut und Zurückhaltung.

Wir sind die Wahrer dieses Erbes. Einmal mehr geleitet von diesen Prinzipien, können wir uns jenen neuen Gefahren stellen, die noch mehr Einsatz fordern - noch mehr Zusammenarbeit und Verständnis der Nationen untereinander. Wir werden verantwortungsvoll damit beginnen, den Irak den Menschen dort zu überlassen und einen hartverdienten Frieden in Afghanistan schmieden. Mit alten Freunden und früheren Feinden werden wir unermüdlich arbeiten, um die nukleare Bedrohung zu verringern und das Phantom eines sich aufheizenden Planeten zurückzudrängen. Wir werden uns nicht für unseren Lebenswandel entschuldigen und bei seiner Verteidigung nicht wanken, und für alle jene, die ihre Ziele durch Terror und das Abschlachten Unschuldiger vorantreiben wollen, wir sagen Euch jetzt, dass unser Geist stärker ist und sich nicht brechen lässt; Ihr könnt uns nicht überdauern, und wir werden Euch besiegen.

Denn wir wissen, dass unser Patchwork-Erbe eine Stärke und keine Schwäche ist. Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus - und Nicht-Gläubigen. Wir sind geformt durch jede Sprache und Kultur aus jedem Winkel dieser Erde; und weil wir den bitteren Geschmack des Bürgerkriegs und der Teilung geschmeckt haben, und aus diesem dunklen Kapitel stärker und vereinter hervorgegangen sind, können wir nicht anders als daran glauben, dass alter Hass eines Tages vorbeigeht; dass die Grenzen zwischen den Gruppen bald verschwinden werden; dass, während die Welt immer kleiner wird, unsere gemeinsame Menschlichkeit sich zeigen wird; und dass Amerika seine Rolle spielen muss, um eine neue Ära des Friedens einzuleiten.

An die muslimische Welt - wir suchen einen neuen Weg nach vorn, basierend auf gegenseitigem Interesse und gegenseitigem Respekt. An jene Führer weltweit, die Zwietracht säen wollen oder die Probleme ihrer Gesellschaft dem Westen anlasten - wisst, dass Euer Volk Euch danach beurteilt, was Ihr aufbauen könnt - nicht danach, was Ihr zerstören könnt. An jene, die mit Hilfe von Korruption und Betrug und das Zum-Schweigen-Bringen anderer Meinungen an ihrer Macht festhalten, wisst, dass Ihr auf der falschen Seite der Geschichte steht; dass wir aber die Hand ausstrecken werden, wenn Ihr bereit seid, Eure Faust zu öffnen.

An die Menschen aus armen Ländern, wir sichern Ihnen zu, gemeinsam mit Ihnen zu arbeiten, um ihre Farmen zum Florieren zu bringen und sauberes Wasser fließen zu lassen; ausgezehrte Körper zu ernähren und hungrigen Geist zu nähren. Und an jene Nationen wie unsere, die sich über relativen Reichtum freuen können, wir sagen, wir können uns nicht länger Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid außerhalb unserer Grenzen leisten; wir dürfen auch nicht die Ressourcen der Welt aufbrauchen, ohne uns um die Auswirkungen zu kümmern. Denn die Welt hat sich gewandelt, und wir müssen uns mit ihr wandeln.

Während wir den Weg betrachten, der vor uns liegt, erinnern wir uns mit demütiger Dankbarkeit an jene tapferen Amerikaner, die, zu genau dieser Stunde, in weit entfernten Wüsten und Bergen patrouillieren. Sie haben uns heute etwas zu sagten, genau wie es uns die gefallenen Helden, die in Arlington begraben liegen, über die Jahrhunderte zuwispern. Wir ehren sie, nicht nur, weil sie die Wächter unserer Freiheit sind, sondern weil sie den Geist des Dienens verkörpern; eine Bereitschaft, einen Sinn in etwas zu finden, das größer ist als sie selbst. In diesem Moment - einem Moment, der eine Generation prägen wird - ist es genau dieser Geist, der in uns allen sein muss.

Denn soviel eine Regierung auch tun kann und muss, so sind es schlussendlich doch der Glaube und die Entschlossenheit des amerikanischen Volkes, auf die unsere Nation vertraut. Es ist die Güte, einen Fremden aufzunehmen, wenn die Dämme brechen, die Selbstlosigkeit von Arbeitern, die lieber kurzarbeiten als zuzuschauen, wie ein Freund seinen Job verliert, die uns durch unsere dunkelsten Stunden leiten. Es sind der Mut von Feuerwehrleuten, in ein qualmvernebeltes Treppenhaus zu stürmen, genauso wie die Bereitschaft von Eltern, ein Kind großzuziehen, die letztlich über unser Schicksal bestimmen.

Unsere Herausforderungen mögen neue sein. Die Instrumente, um sie zu überwinden, mögen neu sein. Doch die Werte, auf denen unser Erfolg fußt - harte Arbeit und Aufrichtigkeit, Mut und Fair Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus - diese Dinge sind alt. Diese Dinge sind wahr. Sie waren die stillen Kräfte unseres Fortschritts in der Geschichte. Was gefragt ist, ist eine Rückkehr zu diesen Wahrheiten. Was jetzt von uns verlangt wird ist eine neue Ära der Verantwortung - die Erkenntnis jedes Amerikaners, dass wir Pflichten haben, uns selbst gegenüber, gegenüber unserer Nation und der Welt, Pflichten, die wir nicht widerwillig auf uns nehmen sondern erfreut, fest in dem Bewusstsein, dass es nichts gibt, dass nichts Befriedigenderes für den Geist gibt, nichts, das unseren Charakter derart prägt, wie alles zu geben für eine schwierige Aufgabe.

Das ist der Preis und das Versprechen der Staatsbürgerschaft.

Das ist der Ursprung unseres Zutrauens - das Wissen, dass Gott uns aufruft, eine ungewisse Zukunft zu gestalten.

Das ist die Bedeutung unserer Freiheit und unser Credo - darum können Männer und Frauen und Kinder jeder Rasse und jedes Glaubens an der Feier auf dieser großartigen Mall teilnehmen. Darum kann ein Mann, dessen Vater hier vor weniger als 60 Jahren nicht einmal in einem Lokal bedient worden wäre, nun vor Euch stehen und diesen heiligen Eid schwören.

Lasst uns an diesem Tag daran denken, wer wir sind und wie weit wir es gebracht haben. Im Jahr der Geburt Amerikas, im kältesten aller Monate, kauerte eine kleine Gruppe von Patrioten an den erlöschenden Lagerfeuern am Rande eines eisigen Flusses. Die Hauptstadt war aufgegeben. Der Feind rückte vor. Der Schnee war blutbefleckt. In einem Augenblick, in dem der Ausgang unserer Revolution am zweifelhaftesten erschien, ordnete der Vater unserer Nation (George Washington, der spätere erste Präsident, Anm. d. Red.) an, dass diese Worte den Menschen vorgelesen werden:

'Lasst es der künftigen Welt gesagt sein... dass in den Tiefen des Winters, als nichts als Hoffnung und Tugend überleben konnten... dass die Stadt und das Land, alarmiert von einer gemeinsamen Bedrohung, zusammenkamen, um (dagegen) anzugehen.'

Amerika. Angesichts der gemeinsamen Bedrohungen, in diesem Winter unserer Bedrängnis, lasst uns dieser zeitlosen Worte gedenken. Mit Hoffnung und Tugend, lasst uns wieder den eisigen Strömungen trotzen und aushalten, was immer an Stürmen kommen mag. Lasst es von unseren Enkeln gesagt sein, dass wir uns weigerten, diese Reise zu beenden, als wir herausgefordert wurden, und dass wir uns nicht umdrehten oder zauderten, und dass wir, den Blick zum Horizont gerichtet und Gottes Gnade über uns, jenes große Geschenk der Freiheit vorantrugen und sie künftigen Generationen wohlbehalten weitergaben.

Danke, Gott segne Euch, Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika."

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